Ich hab bei Ihnen und in verschiedenen anderen Blogs schon Berichte über die Nachtlinsen (Ortho-K-Linsen) gelesen und mich daraufhin auch oft mit meinem Kontaktlinsenspezialisten unterhalten. Gerne würde ich Ihnen meine Erfahrungen berichten – wenn es von Interesse ist dürfen Sie diese gerne veröffentlichen. mfG Holger

“- Es wird nicht die gleiche Sehfähigkeit erreicht wie mit Linsen oder Brillen”

Das stimmt nicht, im Gegenteil, die Sehschärfe steigt im Vergleich zur Brille oder konventionellen Kontaktlinsen eher an. Das bestätigen mir auch Kollegen, die ebenfalls schon seit Jahren Nachtlinsen tragen.

“- Nachtlinsen können winzige Risse in der Hornhaut verursachen”

Falsch. Wird immer wieder gerne behauptet, entbehrt jedoch jeder seriösen Grundlage. Wenn die Linse fachmännisch angepasst wurde (eine sehr gute Adresse ist mein Augenoptiker “swiss Optik-Brawand” in Zollikofen bei Bern, wo ich meine linsen habe anpassen lassen und die sich auf die Anpassung von Nachtlinsen spezialisiert haben), sind sog. Risse ausgeschlossen. Und selbst wenn dies richtig wäre, wie Sie behaupten, so wäre lediglich das äusserste Epithel betroffen, dass sich nach wenigen Tagen wieder vollständig regeneriert.

“- Verschieben sich die Nachtlinsen während dem Schlaf, wird die gewünschte Sehkraft nicht erreicht”

Richtig. Daher ist es wichtig, dass man wirklich zum Spezialisten geht. Dieser erkennt dann schon sehr früh, ob eine Linsenverschiebung stattfindet und kann somit durch Veränderung der Linsenparameter dem entgegenwirken. Bei mir war das jedoch nicht der Fall.

“- Das erste Anpassen der Nachtlinse ist teuer und kostet um die 1650.- Franken”

Falsch. Für meine Erstanpassung habe ich keine 1000 Franken bezahlt.

“- Durch das aktive Formen der Hornhaut wirkt das Auge oft gereizt und dies kann zu einer milchigen Sicht führen”

Falsch. Wenn der Anpass-Spezialist eine Reizung am Auge feststellt, wird er die Ursache dafür finden und entsprechend reagieren. Ich persönlich habe noch nie eine Reizung gehabt, im Gegensatz zu früher, als ich noch weiche Linsen getragen habe, die mir von zweifelhaften Kettenanbietern “angepasst” wurden.

“- Alle diese oben genannten Punkte verursachen zeitintensive Besuche beim Optiker”

Bedingt richtig, da die genannten Punkte meiner Meinung nach eben nicht auftreten. Was stimmt, ist die Tatsache, dass man am Anfang der Anpassung im Vergleich zur konventionellen Anpassung, etwas häufiger in die Kontrolle muss. Dies dient aber letztlich meiner Augengesundheit und ich empfand dies eher als angenehm, da ich das Gefühl vermittelt bekam, dass sich jemand gewissenhaft um das Wohlergehen meiner wertvollen Augen kümmert. Die späteren Nachkontrollen finden in der Regel halbjährlich/jährlich statt.

Vielleicht noch eine Bemerkung zum Kostenfaktor. Die Nachtlinsen kosten zur Zeit etwa 500 Franken pro Paar und können, bei entsprechender Pflege, problemlos 2 Jahre getragen werden. Somit ist das Ortho-K-Verfahren (so heisst die Nachtlinsen-Anpassung im Fachjargon) sogar preiswerter für mich, als die meisten konventionellen Anpassungen.

Ein positiver Nebeneffekt scheint mir auch die Tatsache zu sein, dass sich meine Kurzsichtigkeit seitdem ich Nachtlinsen trage nicht mehr verschlechtert hat! Das war beim Tragen der weichen Linsen mitnichten der Fall. Zu dieser Zeit machten meine Augen zum Teil recht heftige Sprünge nach oben, was ich nicht so toll fand. Es gibt sogar Studien, die diesen positiven Effekt der sog. “Myopiekontrolle bei Ortho-K” eindeutig belegen.